Genie und Wahnsinn

Die genialen Wahnsinnigen (oder meinetwegen wahnsinnigen Genies), um die es hier gehen wird, sind Russell Terrier - und zwar in der Kunst.

Die Entstehungsgeschichte dieser Rasse wurde in diesem Blog bereits hier thematisiert, daher nur: der Begründer der Rasse, Pfarrer John "Jack" Russell, war genauso verrückt wie die Hunde, die bis heute seinen Namen tragen. (Ich habe selbst zwei davon, aber bitte keine dummen Bemerkungen - zumindest, was "Wahnsinn" anbelangt.)

"Weiße Terrier" waren und sind beliebte Objekte für Maler. Vielleicht, weil Farbe und Zeichnung  attraktiv sind, vielleicht auch, weil ihr meist kurzes Fell ihren Gesichtsausdruck besser offenbart, als bei langhaarigen Rassen. Man kann diesen Blick in vier Kategorien aufteilen: wachsam-kritisch no-nonsense, "braver Hund", wenn sie etwas wollen, irre, wenn sie etwas Jagdbares sehen und einfach müde. Selbstverständlich ist die "Braver-Hund"-Miene ihrem außergewöhnlich stark entwickelten schauspielerischen Talent zu verdanken.

Besonderen Spaß machen mir immer die Bilder, die Terrier bei der Arbeit zeigen.

Manche Bilder, vor allem die aus der Viktorianischen Stilepoche, sind etwas süßlich, bei manchen sagt man: "Ja, so sieht ein Terrier aus", aber mehr auch nicht. Und manche bekommen es halt genau hin und erfassen die Seele des Hundes.

Dies ist eine Zusammenstellung von Bildern und kleinen kunsthandwerklichen Gegenständen, die mir gefallen. Die Reihenfolge spielt keine Rolle.

Notabene: in alten Darstellungen findet man auch Terrier, die eindeutig dem Typ des Russell Terriers entsprechen, als Foxterrier bezeichnet oder solche, die lange vor der Zeit des alten Pfarrers im Bild festgehalten wurden. Die Bezeichnung "Jack (oder Parson) Russell Terrier" ist neueren Datums. Der Foxl unterscheidet sich heute auf den ersten Blick durch das Fehlen des "Stops", des Übergangs von Nasenwurzel zu Schädel, etwa in Höhe der Augen. Beim Russell Terrier ist er steil ausgeprägt, beim Foxl praktisch nicht vorhanden. Wann genau die "offizielle" Trennung zwischen den beiden Rassen stattfand, weiß ich nicht.

Bei diesem Bild von Arthur Wardle (1860–1949), "No One Home",
dürfte es sich tatsächlich, man beachte den fehlenden "Stop",
um Foxterrier handeln.
Was auch immer! Erfreuen Sie sich einfach an den Bildern.

Die legendäre "Trump" des John Russell. Das Bild wurde vom Fürsten von Wales (später Edward VII) in Auftrag gegeben, rund 40 Jahre nach dem Tod der Hündin. Es hängt heute noch in der Sattelkammer von Sandringham. Der Künstler ist mir unbekannt.

Hunde des Russell-Typs in einer zeitgenössischen Darstellung:
John Emms (1844 bis 1912), "Acht Drahthaar-Foxterrier [sic!] im Zwinger"

Sir Edwin Landseer (1802 - 1873), "Jocko with a Hedgehog".

Arthur Wardle (1860–1949), der Titel des Gemäldes ist mir unbekannt.
Zwei Russell Terrier ("Stop"!), einer glatt-, einer rauhhaarig, bei der Arbeit.

John Fitz Marshall (1859 - 1932), "Gamekeeper's Companion".

Alfred Wheeler (1852 - 1932), "Two Fox Terriers" [sic!].
Man beachte den kritisch-wachsamen Blick, der diesen Hunden zu
eigen ist.

Arthur Wardle (1860–1949), "Smooth Haired Fox Terriers [sic!]
at a Rabbit Hole".

George Armfield (1810–1893), "Terriers Ratting".

H.T. Dicksee (1862-1942), "Closed Door".

John Emms (1844 bis 1912), "Smooth Haired Fox Terrier Richmond Jack".
Eindeutig ein Russell ("Stop"!) Diese Bemuskelung!

John Emms (1844 bis 1912), "Dogs Watching Bathers".
Landseer und Russell Terrier.
Es kann auch schief gehen. Nachdem sie jahrelang friedlich
zusammengelegen hatten, kam es zu einem Kampf auf Leben und Tod,
den - wer hätte das gedacht - der Terrier angefangen hatte.
Ich musste mich von dem Deutsch Kurzhaar trennen, der Terrier
hatte ältere Rechte. Es war schrecklich.
(Man beachte den unentspannten Blick des Terriers. Ich hätte es
wissen müssen.)
;
Philip Eustace Stretton (1865 - 1919), "Left in Charge".
Er nimmt seine Aufgabe sehr ernst. ("Der Blick"!)

Philip Eustace Stretton (1865 - 1919), "By the Hearth".

Philip Eustace Stretton (1865 - 1919), "In the Lap of Luxury".

George Stubbs (1724 – 1806), "Bay Horse and White Dog".
Hier haben wir also einen weißen Terrier lange vor der Zeit
des Pfarres John Russell.

William Elsob Marshall (1859 - 1881), "Terrier in a Landscape".

Arthur Wardle (1860–1949), "Terriers at a Riverbank".
An solchen Ufern gibt es immer etwas Interessantes,
Ratten, Otter... Weiß ich aus eigener leidvoller Erfahrung.

Zum Abschluss der Bilderreihe, je ein Portrait meiner Terrier. Mit etwas Glück finden sich auch heute gute Tiermaler.

Sonja Herrmann hat Jack genial wiedergegeben.
Der irre Blick ist unverkennbar.

Bettina Balczulat hat meine verrückte Kleine
perfekt eingefangen. Sie kennt nur zwei
Gesichtsausdrücke: jachtig irre und lieb. Sie ist
eben anders als andere Hunde.


Hier verlassen wir das Reich der Kunst und begeben uns in das des Kunsthandwerks. Ob und wo hier die Grenze zum Kitsch überschritten wird, mag ich nicht zu entscheiden. Es haben eh nur geschmacksunsichere Leute ein Problem damit. Mir gefallen sie.

Dieser Silberschmied hat den irren Blick perfekt hinbekommen!

"Braver Hund"! Er möchte vermutlich eine Eiswaffel*.

Border Fine Art: Zwei Russells beim Ausgraben des Fuchses.

Border Fine Art: Er möchte eine Eiswaffel*.

Border Fine Art: Sie haben etwas Spannendes entdeckt.

Border Fine Art, "Marking His Territory", die Lieblings- und nie endende
Tätigkeit meines Jacks. Er tut es ÜBERALL und in einem Zeitabstand
von gefühlten 10 Sekunden. Wo er ist, ist sein Territorium.
*Die "Eiswaffel" ist eine Anspielung auf eben diesen Jack. Dafür macht sich der größte Held und Macho aller Zeiten gerne schon 'mal zum Affen.

Wir haben in unserem anderen Blog schon einmal Terrier in der Kunst thematisiert.


Wir wohnen auf einem bergbaugeschichtlichen Lehrpfad...

...und das ist für diese Tochter des Ruhrgebiets, deren Vater aus einer Bergmannsfamilie stammt und deren Heimatstadt, die als Wiege des Ruhrbergbaus gilt, ebenfalls einen eminenten bergbaugeschichtlichen Lehrpfad aufzuweisen hat, neben all' den anderen Annehmlichkeiten im Erzgebirge, besonders schön.

Tatsächlich ist unsere nähere Umgebung Teil der Silberstraße, die den Weg des Silbers aus den Bergwerken im Erzgebirge zu den Erzaufbereitungsstätten dokumentiert. Unser winziges Örtchen ist auch auf dieser Karte zu finden

Sämtliche Bilder und das Video sind von Stätten, die wir täglich passieren.

Quelle: Wikipedia, CC BY-SA 3.0

"Unser" Haus, einst ein Pochwerk, in dem das Silbererz aufbereitet und gereinigt wurde, dann eine Mühle, heute ein gepflegtes Wohnhaus für wenige Parteien und eine ländliche, ungemein populäre Eisdiele.


Das Modell eines Pochwerkes im nahen Park mit Hunden.


Ehemalige Erzaufbereitungsstätte, heute ein Wohnhaus.

Niemand hat mir sagen können, was ein "altes Gemäuer" für eine Funktion im Erzbergbau hatte. Heute ist es Teil einer kleinen Metallwarenfabrik.

Ein schönes, gepflegtes kleines Häuschen. Das Schild erläutert es.

Ein verbrochenes Mundloch ist der zugeschüttete Ein- bzw. Ausgang zu einem Stollen. Die Anregung, es als Invektiv zu verwenden, wurde bereits gemacht.

Hinweis am ehemaligen Krauthahner Stollen.

Und das ist es, das Brückl. Unser täglicher Weg über die Rote Pockau in die freie Natur.

Das alles liegt auf einer Strecke von etwa 2 Kilometern und mag einen Eindruck davon zu vermitteln, was die ganze Region zu bieten hat.


Über die ethisch-moralische Strahlkraft der Frauenpresse die Wasweichichwievielte

Madame Macron lässt uns nicht los. Warum?

Nunja, zum einen, weil es uns fasziniert, wie die intellektuell bedürftigste und an Politik sicher nicht interessierte Bevölkerungsgruppe, illustriertenlesende Frauen, in Sachen Trump-Hass, dem neuesten wichtigen Anliegen der deutschen Gruppenseele, manipuliert wird. Zu diesem hehren Zweck von nationaler Bedeutung muss nun dieses fast (aber auch nur fast) mitleiderregende mittsechzigjährige abgehungerte Suppenhuhn immer wieder als Kontrapunkt zu der gutaussehenden Melania Trump herhalten. Die Manipulationen, die dem Affen Trump-Hass Zucker geben, haben inzwischen Dimensionen angenommen, die einen normalen, geistig gesunden Menschen - und dabei ist es völlig egal, ob er Trump mag oder nicht - nur erschrecken können.

Das wäre also die aktuelle Politik. Aber es hat weiterreichende Dimensionen.

Jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand, einem Minimum an Sehrvermögen und einem IQ über 115 muss sehen, dass diese Frau ganz objektiv abstoßend hässlich ist, sich entwürdigend kleidet und ihren Ehemann zum armseligen Tanzbären degradiert. Und damit sind die ethisch-moralischen Implikationen, nämlich dass sie seinerzeit einen Minderjährigen, zu dem sie überdies in einem Obhutsverhältnis stand, sexuell missbraucht hat, nicht einmal angesprochen. Aber was ist schon so ein bisschen sexueller Missbrauch, wenn man es affengeil als große Liebesgeschichte und Erfolg für die Sache des Feminismus verkaufen kann.

Es geht schlichtweg um eine besonders widerwärtige Neudefinition des Bildes von Ehe, Familie und Gattenliebe, besonders widerwärtig wegen der Manipulation einer Leserschaft,die nicht die geringste Möglichkeit hat, das zu durchschauen.

Es war uns wichtig genug, es hier, hier, hier und hier bereits zu thematisieren.

Inzwischen sind wir aber zu der Einsicht gelangt, dass das nicht alles ist. Diese Grottenjournaille fühlt sich kannibalisch wohl dabei, ihre Leserschaft nicht nur zu manipulieren und moralisch zu korrumpieren, sie hat auch noch einen Sauspaß dabei.

Sie glauben mir nicht? Ich kann es beweisen.
Hallöchen, Dancing Queen!
Beim Tanzen enthüllt ihr
Mini-Kleid viel nackte Haut
[Nein, liebe BUNTE! Bereits
in der Überschrift ins Klo
gelangt.

DIE "Dancing Queen" war
"young and sweet only

se-ven-teen" (17).
Nicht 65.]


Oh là là! [Wenn ich diese obszöne Redewendung noch einmal lese, stürme ich nicht die Bastille, sondern das Burda-Verlangshaus.] Frankreichs First Lady Brigitte Macron schwingt ausgelassen da Tanzbein auf offener Straße. Doch der Mann, der sie da so herumwirbelt, ist nicht ihr Gatte Emmanuel. [Macht Euch keine Hoffnungen Leute. So lange man nicht an Gerontophobie leidet, ist alles ganz harmlos. Nichts als Clickbait!]

Es ist eine wirklich turbulente Szene, welche sich in den Gassen der französischen Gemeinde Bormes-les-Mimosas abspielt. Brigitte Macron (65) tanzt in High Heels und rosafarbenem Kleid auf offener Straße. Da staunen die zahlreichen schaulustigen Passanten nicht schlecht. Denn so nah sind sie der 65-jährigen Präsidenten-Gattin noch nie gekommen. [Übersetzt: Klar! Mit SO vielen Falten hätten sie dann doch nicht gerechnet.] Doch was hat sie abseits des Élysée-Palastes auf dem Land verloren? Und was die Zuschauer noch mehr irritiert: wer ist der Tanzpartner, der sich an ihre Seite kuschelt? Ihr Ehemann Emmanuel Macron (40) ist es jedenfalls nicht. [Nun vermutet doch jeder einen ehebruchähnlichen Akt. Aber nein, Omi Macron "tanzt" mit einem greisenhaften Altersgenossen. Click-bait!]

Wenn ihr den Grund für Brigitte Macrons Kuscheltänzchen [Und nein, da kuschelt auch niemand. Click-bait!] wissen wollt, dann klickt einfach oben auf das Video. [MUSS ich mich eigentlich von diesem Gschwerl duzen lassen?]

Eine Powerfrau durch und durch

Nein liebe BUNTE! Diese würdelose Greisin ist KEINE "Powerfrau". Die links in diesem Bild ist eine.
Die Szene beweist jedenfalls, Frankreichs First Lady ist eine Powerfrau, die in körperlicher Top-Form ist. Das Alter von 65 Jahren merkt man ihr überhaupt nicht an. [Übersetzt: sie sieht NOCH älter aus.] Grund für so viel Energie mag wohl ihr Ehemann Emmanuel liefern, der ganze 24 Jahre jünger ist als seine Gattin. [Was WAS andeuten soll? Mir ist jetzt schlecht]. Der Altersunterschied ist zwar immer wieder heiß diskutiert worden. Doch in der Öffentlichkeit zeigt sich das Paar auf Augenhöhe. [Kaum. Er trottelt wie ein dämliches Schoßhündchen hinter der alten Frau her.] Brigitte tut aber auch einiges dafür, um sich fit zu halten. [Ach so! "Fitness" ist "Augenhöhe"!] Erst kürzlich sind Bilder von einer Radtour aufgetaucht, bei der sie ganz leger in Sportklamotten zu sehen war.

Und der "Teaser" des dazugehörigen Videos zeigt in erbarmungslosem Maximaldetail die tiefen Falten und das schlechte Gebiss der 65jährigen. Man merkt die Absicht, ist aber nicht verstimmt, allenfalls amüsiert.
Ihre Liebe zu Emmanuel

Doch auch Emmanuel mag für die Politiker-Gattin ein echter Jungbrunnen sein. [Und wieder wird mir schlecht. Habe eigentlich nur ICH so eine schlechte Phantasie? Ich muss mir jetzt Bilder von kopulierenden Nacktschnecken ankucken, um mich abzulenken.] Einen Grund zum Fremdflirten hätte Brigitte Macron also eigentlich nicht. [KEINE anständige Ehefrau hat einen "Grund zum Fremdflirten", Ihr amoralisches Pack!] Ihr Mann ist jedenfalls sehr vernarrt in sie. Ihre Liebe [Würg!] hat sich über die Kritik am Altersunterschied hinweggesetzt. Bereits im zarten Alter von 17 Jahren [Liar liar pants on fire! Er war 15 (in Worten: fünfzehn).] hatte sich Emmanuel in seine damalige Französischlehrerin [Gee-nau! Sie hatte nicht nur Sex mit einem Minderjährigen, er stand auch noch in einem Obhutsverhältnis zu ihr. In Amerika heißt so etwas "statutory rape", Vergewaltigung im Sinne des Gesetzes, und wird auch so bestraft.] verliebt. [Würg!] 2007 haben die beiden schließlich geheiratet. Immer wieder beteuert der französische Präsident seine Liebe [Würg!] zu Brigitte in der Öffentlichkeit. [Darum herum kommt er wohl auch nicht. Sonst müsste er womöglich der Öffentlichkeit seinen endzwanzigjährigen "beefcake" Chefleibwächter erklären, dem er eine teure Wohnung eingerichtet hat und der mit dem Paar in Urlaub fährt.] Vom Staatsmann Nr. 1 [In welcher Welt leben die? Dieses debil grinsende Manschgerl, Staatsoberhaupt einer drittklassigen Nation, ist WAS? Um diesen Titel streiten Trump und Putin, völlig wurscht, ob man sie mag oder nicht.] auf Händen getragen zu werden: Was kann man sich mehr wünschen?
Kleiner Realitäts-Check gefällig?

Ja. Es muss wie bei einem grauenerregenden Verkehrsunfall sein. Man kann einfach nicht wegschauen.
Wie wäre es mit "Jeder normal empfindende Mann außer einem bedürftigen Endachtziger"?
Das ist also das geile "Kuscheln". Und dabei hatte man doch so viel mehr erwartet.
Nebenbei, diese "Cutout"-Teile finde ich selbst bei jungen Frauen mit schönen Armen und Schultern dämlich, hier ist es einfach nur grauenhaft peinlich.
Und wieder zeigt das Video ein gnadenloses Detail, diesmal die Beine der 65jährigen.
Der wohl längste Schnitt in diesem Filmchen.
Sie sind nicht einmal gut geformt, ein uncharmanter Freund nennt so etwas "Kackstelzen".
Ja, daher auch das entspannte Lächeln. Armseliger Tanzbär, vier Schritte hinter seiner Herrin.

Was weiß BUNTE sonst noch so über ihre Lieblings-Stil- und Tugendikone zu berichten? (Schließlich haben wir etwas zu beweisen!)

Wie haben uns nur das "Im Bikini am Strand"-Video angesehen. Total verschwitzte und halbnackte kachektische 65jährige auf dem Jetski sind nicht unser Ding, selbst wenn sie männlichen Geschlechts wären. Nix mit Bikini. BUNTE hat Euch mal wieder ver-a-harscht, liebe Leser. Madame trägt einen völlig angemessenen, dezenten Poncho und Tochter ist nicht "schön". Das Gesicht ist, naja, nicht entstellt und obwohl schlank hat sie ein Kreuz wie ein Berufscatcher. Auf BUNTE ist Verlass!
Klar kann hier keiner wegsehen. Es ist wie bei einem Zugunglück mit vielen Toten. Man muss einfach hinschauen. Und wenn sie noch öfter Urlaub macht, wird sie irgendwann im vorgeburtlichen Stadium angekommen sein.
Mal ehrlich: können die das ernst meinen? Ach was rege ich mich überhaupt auf. Nachdem ich diesen langen Eintrag 'runtergeklappert habe, finde ich das alles auch eher zum Brüllen!

Ein Blick in die deutsche Gruppenseele

Das Erbe des Wolfes lässt uns nicht los.

Jeder, der die öffentliche Auseinandersetzung über die Wiederansiedlung des Wolfes in Internet und Medien verfolgt, muss an der Unsachlichkeit der Diskussion verzweifeln. In West- und Mitteleuropa wurde der Wolf nach endlosen Konflikten mit der Bevölkerung am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts weitgehend vertrieben. Wolfsunterstützer behaupten nun, dass unsere Altvorderen nur einen Sündenbock brauchten und dass durch Wölfe verursachtes Menschenleid ins Reich der Fabel verwiesen werden könne. Auch, dass wir uns von Ammenmärchen wie "Rotkäppchen" Angst machen ließen.

Tatsächlich ist es umgekehrt. Volksmärchen wie Rotkäppchen geben die sehr realen Ängste, Nöte und Wünsche der Menschen von damals wieder, eine Form der Psychotherapie, bevor es Psychotherapie gab, sozusagen. Im internationalen Vergleich kann man sehen, dass gleiche Motive in unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen immer wieder auftauchen. Da dies manchmal nicht mit gegenseitiger Beeinflussung zu erklären ist, wird als Erklärungsansatz häufig die von Carl Gustav Jung entwickelte sogenannte Archetypenlehre herangezogen. Hiernach verfügt die Menschheit über ein Kollektives Unbewusstes mit einem Vorrat bestimmter gemeinsamer Vorstellungen, z.B. die immer wiederkehrenden bösen Stiefmütter oder die missgünstigen Schwestern, die ausgesetzten Kinder, aber auch die glanzvolle Heirat, oder eben wilde Tiere, meist Wolf oder Bär.

Tatsächlich gibt es zahlreiche Quellen, die die Ängste unserer Vorfahren nachvollziehbar machen. Dabei muss man sich hüten, in eine anthropomorphe Denkweise zu verfallen. Es geht nicht um "Gut" oder "Böse", der Wolf ist ein Tier und handelt instinktiv. Er kennt derartige Begriffe nicht. Es geht vielmehr darum, dass Wölfe den Menschen in der Vergangenheit so geschadet haben, dass ein Leben nebeneinander nicht mehr möglich war.

Der norwegische Wildbiologe J.D.C. Linnell hat 2002 die Übergriffe auf Menschen in Skandinavien in den letzten 300 Jahren untersucht und sich auf die tödlichen Angriffe konzentriert. In den Ländern Finnland, Schweden und Norwegen sind 94 Todesfälle belegt, die meisten Opfer waren Kinder. Bei diesen Zahlen muss man von der Untergrenze ausgehen, weil, wie Linnell selbst zugibt, etliche Quellen als sogenannte "unbestätigte" Überlieferungen von den Wissenschaftlern verworfen wurden, was nahelegt, dass die Biologen Historiker in ihre Forschungen mit hätten einbeziehen sollen.

Der französische Agrarhistoriker Jean-Marc Moriceau hat die historischen Quellen in Frankreich ausgewertet und Daten über Wolfsangriffe erstellt.

Die hohe Zahl von mehreren Tausend Wolfsopfern zwischen 1580 und 1830 in Frankreich lässt Raum für Spekulation über die Gründe. Die häufigen Kriege mögen ein Grund sein, denn Kriegs- und Notzeiten waren dem Wolf immer zuträglich.

Historische Quellen zu Wölfen in Kriegszeiten: https://de.wikisource.org/wiki/Kriege_und_Raubtiere

Forstmeister a.D. Helmut Mattke führt in seiner Abhandlung "Auf uralten Wolfspässen" (Sammelband Nord-deutsche Forst-und Jagdgeschichte, WAGE-Verlag, 2000) auf der Grundlage von amtlichen Statistiken ab dem 18. Jahrhundert bis heute, sowohl nachgewiesene Fälle von menschlichen Opfern, als auch die hohen Haus- und Weidetierverluste in Europa auf, z.B. betrugen die Tierverluste allein im Jahr 1823 im Baltikum/Livland: 15.182 Schafe, 4.190 Schweine, 3.270 Ziegen, 1.807 Rinder, 1.841 Pferde, 1.873 Gänse und 713 Hunde.

Viele weitere Beispiele mit beträchtlichen Zahlen reichen bis in die 1970er Jahre der Gegenwart. Nach der Zurückdrängung der Wölfe in Westeuropa sank die Zahl der menschlichen Opfer bis auf wenige Fälle.

Je mehr man sich in diese Zahlen vertieft, je rätselhafter werden die Motive der Wolfapologeten und vor allem deren Aggressivität. (Tatsächlich wurde der Verfasserin dieser Zeilen auf einer Seite im Internet für die Publizierung von faktisch korrektem Zahlenmaterial Prügel angedroht.) Warum regt sich niemand darüber auf, dass das Wisent, im Gegensatz zum Wolf, tatsächlich kurz vor dem Aussterben steht? Warum nicht über die Bilder von gerissenen oder - schlimmer - lebend angefressenen Schafen, Rindern oder Pferden? Auch Hunde wurden schon gerissen. Allzu viele Schäfer haben bereits aufgegeben und Rinderhalter von der - tierfreundlichen - Weidehaltung Abstand nehmen müssen.

NiedersächsicheWeidetierhalter legen tote Tiere vor den Landtag ab. Quelle: Agrarheute.

Mai 2018: Mehr als 40 Schafe im Schwarzwald getötet.
Nein, mit anderen Kreaturen hat man kein Mitleid. Die Legende vom schnell mit Kehlbiss tötenden Wolf ist eben das - eine Legende und die Forderung nach Herdenschutzhunden ist zynisch in ihrer Realitätsferne. Diejenigen, die effektiv wären, wären wiederum eine Gefahr in einer dichtbesiedelten Kulturlandschaft - das sind keine Bählämmer - von den untragbaren finanziellen Belastungen für die Tierhalter einmal abgesehen. Es ist ja auch schon eine lukrative "Herdenschutzhund"-Nachzuchtindindustrie entstanden. Gutes zu tun und dabei noch zu verdienen wird ja immer wieder gerne genommen.

Kalb - kein Kehlbiss.

Hund - zweifelhafter Kehlbiss.

Reh - kein Kehlbiss.

Wieso das alles von den Wolfsfreunden bestenfalls ignoriert, schlimmstenfalls geleugnet wird, darüber kann man nur spekulieren. Die meisten von ihnen dürften auch "Naturschützer" sein, aber auch Schutz und Erhaltung der Deiche durch Schafe oder der Almen, die ohne Weidetiere verkarsten würden, geht ihnen an ihrem grünokologischen Hintern vorbei.

Fest steht, es gibt für sie Tiere erster und Tiere zweiter Klasse. Immer wieder findet sich auch das Mantra vom Menschen, der "das schlimmste Raubtier" sei. Ist es verständlich, dass ich diesen Leuten dann einen Moment lang wünsche, dass sie sich in einer Steinzeithöhle wiederfinden mögen, ohne Bildung, ohne Kultur, ohne Architektur, ohne Musik oder Malerei, ohne Philosophie und Literatur und vor allem ohne Hygiene und medizinische Versorgung?

Stefan Fügner gibt dem Ganzen in seinem Jagdblog folgende Interpretation:
Der Misanthrop ist in der Regel ein schwacher Mensch ohne großes Durchsetzungsvermögen. Er macht für seine Ausgrenzung und das Gefühl des Alleingelassenseins immer seine Mitmenschen verantwortlich, aber nie sich selber. Er sucht als schwacher Mensch Verbündete, die ihm helfen, sich von dem erlittenen Leid zu befreien. Genau diese Charaktereigenschaften hat der Wolf:

Im Wolf vereinen sich alle Charaktereigenschaften, die dem Misanthrop fehlen und für die er sein gesellschaftliches Scheitern verantwortlich macht. Der Wolf ist aus seiner Sicht stark, wild, frei, klug, rücksichtslos, durchsetzungswillig und -rächt sich nun für sein durch den Menschen erlittenes Unrecht. Für den Misanthropen ein geradezu idealer Verbündeter und ein Vorbild gegen die verhassten Mitmenschen! Mit Tier und Naturschutz hat das alles sehr wenig zu tun.
Werden diese Leute Verantwortung übernehmen, wenn die zweifellos hochintelligenten Wölfe, die schon lange gelernt haben, dass ihnen bei uns mangels Jagddruck nichts passiert, irgendwann auch einsehen, dass es einfacher ist, ein Kind vom Fahrrad zu holen, anstatt Wild nachzuhetzen oder einen hohen Weidezaun zu überwinden?

Ich bezweifle es.
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Für das weitere Zahlenmaterial: https://www.wolf-nein-danke.de